Niko Paech fordert „Schluss mit dem Wirtschaftswachstum“

Auf Einladung der Nordhorner Grünen stellte der Wirtschaftswissenschaftler Niko Paech im bis auf den letzten Platz gefüllten Café Nordhörnchen ein weiteres Mal sein Modell der Postwachstumsökonomie vor. 

Großer Andrang herrschte in dem kleinen Café an der Lingener Straße. Bei Weitem nicht nur Parteimitglieder der Grünen wollten wissen, was es mit der sogenannten Postwachstumsökonomik auf sich hatte. Mitglieder der Initiative „Nordhorn nachhaltig“ waren genauso vertreten wie junge Leute aus der „Fridays for Future“ Bewegung und viele weitere Interessierte. Gespannt und konzentriert verfolgten sie die Ausführungen des derzeit an der Universität Siegen tätigen außerplanmäßigen Professors für Plurale Ökonomik.

Niko Paech ist Begründer der Postwachstumsökonomie. Der 56-jährige studierte Volkswirt lebt, was er lehrt. Er nutzt kein Flugzeug, besitzt kein Auto, kein Haus, keine eigene Waschmaschine, keinen eigenen Computer und hat einen Halbtagsjob. An der Universität Siegen lehrt er „Alternatives Wirtschaften und Nachhaltigkeit“, „Gemeinwesenorientiertes Wirtschaften“ und eben „Postwachstumsökonomie“ im noch recht jungen Master-Studiengang „Plurale Ökonomik“. 

„Wenn wir weitermachen wie bisher, ist die menschliche Zivilisation so nicht mehr lebensfähig.“ Mit diesem Satz begann Paech seinen Vortrag, in dem er Einblicke in die Postwachstumsökonomik vermittelte. Anhand vieler anschaulicher Grafiken stellte er seine Hauptthesen vor, in denen er insbesondere die lang gehegte Hoffnung kritisierte, wirtschaftliches Wachstum durch technischen Fortschritt könne nachhaltig oder klimafreundlich gestaltet werden. Nachhaltigkeit sei keine Frage der Technik, sondern der Sesshaftigkeit, seiner Ansicht gehe es um vier zentrale Lösungsansätze: Die Suffizienz (Genügsamkeit), mit dem Ziel „Wohlstandsballast“ abzuwerfen und das Mehr im Weniger zu entdecken sowie eine längere und intensivere Nutzung von Gütern (etwa durch Reparieren und Teilen). Zudem sei die Förderung regionaler Ökonomien, also eine Entglobalisierung von Wertschöpfungsketten notwendig und es bedürfe einer industriellen Produktion, die umgestalte statt neu herstelle. Wirtschaftlichen Strategien eines grünen oder nachhaltigen Wachstums erteilte er eine klare Absage. „Wir müssen weg vom dekadenten Luxus“, lautete eine seiner Forderungen und outete sich u.a. als Fan einer massiven Reichensteuer.  

Im Publikum erntete er nur wenig Widerspruch. Vorsichtiger Zweifel wurde an Paechs Begeisterung für die Kleinwirtschaft geäußert oder an der Gesamtstrategie, ausschließlich bei der Veränderung des eigenen Lebensstils anzufangen, ohne dabei ebenfalls Strategien einer makroökonomischen und gesamtpolitischen Änderung in den Blick zu nehmen. Die meisten Zuhörerinnen und Zuhörer jedoch fühlten sich von Paechs Ansatz angesprochen. So Mitglieder von „Nordhorn nachhaltig“ und  andere, die von Beispielen ihres veränderten Lebensstils  berichteten und damit die Devise „Lebe nachhaltig und rede darüber“ sofort umzusetzen begannen.

 

Erstes Reparatur-Café ein voller Erfolg

Die Premiere des Reparatur-Cafés in den BBS Gesundheit und Soziales war ein voller Erfolg. Über 70 Besucherinnen und Besucher, 11 Reparatur-Spezialist*innen und 43 durchgeführte Reparaturen. Davon ca. 70 % erfolgreich. Es kamen nicht nur Besucher und Besucherinnen aus Nordhorn, sondern aus dem gesamten Landkreis. Sogar aus Geeste und dem Twist waren Leute mit ihren defekten Geräten angereist. Receiver, Staubsauger, Kaffeemaschine, Lampen, eine fast schon historische mechanische Schreibmaschine und vieles mehr wurde vorgestellt und repariert.. Ein toller Start, die Menschen waren froh, Hlfe bekommen zu haben. Das Café mit Kaffee und Kuchen wurde intensiv zum Austausch und zum Gespräch genutzt. Das nächste Mal findet das Reparatur-Café wieder am 8. Februar von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr statt. Natürlich wieder in den Räumen der BBS Gesundheit und Soziales in Nordhorn am Bölt 5.

Diese Website ist gemacht mit TYPO3 GRÜNE, einem kostenlosen TYPO3-Template für alle Gliederungen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
TYPO3 und sein Logo sind Marken der TYPO3 Association.