Der Sportpark ist der Leuchtturm - und nicht die Eissporthalle!

GRÜNE sprechen sich für zukunftsweisende Investition in Sportpark aus

07. Aug. 2020 –

PRESSEMITTEILUNG

Eine Sanierung der vorhandenen Eissporthalle wird von der Grünen Kreistagsfraktion abgelehnt, da sie keine nachhaltige Lösung darstellt und Stadt und Landkreis langfristig einengt und bindet. Die Kreistagsfraktion spricht sich für eine Lösung aus, die dem gesamten Sportpark und einer breiteren Nutzergruppe zu Gute kommt.

„Natürlich tut es uns sehr leid, dass wir den Befürworter*innen der Eissporthalle nicht zustimmen können. Wenn sich eine Bürgerinitiative so für ihre Sache engagiert, hat das unseren großen Respekt.“, so Claudia Middelberg. Nach einem intensiven, langjährigen Abwägungsprozess und Betrachtung aller Argumente könne man die Fragestellung des Bürgerentscheids aus sachlichen Gründen allerdings nur mit „nein“ beantworten. Eine Sanierung der vorhandenen Eissporthalle wäre eine Wiederholung der Fehler der Vergangenheit. Für eine reine Eissporthalle ist Nordhorn als Mittelzentrum einer ländlichen Region nicht groß genug. Dazu konkurriert der Eissport mit vielen Sportarten, die ganzjährig und auch in der gesamten Grafschaft betrieben werden können. In den vergangenen 40 Jahren waren die Nutzerzahlen in Relation zu den Kosten immer unverhältnismäßig. Der desolate Zustand der Eissporthalle resultiert ja daraus, dass in der Vergangenheit nicht die nötigen finanziellen Rücklagen für Sanierung und Instandhaltung geschaffen werden konnten oder - in finanziell besseren Zeiten - werden sollten. Keine politische Partei hat in den letzten Jahrzehnten den Ansatz von Geldern für die Eissporthalle gefordert. Andere Projekte, vor allem Pflichtaufgaben, galt es vorrangig zu finanzieren. Nach dem Bau in den 70er Jahren wurden stets nur die nötigsten Investitionen getätigt, um den ohnehin enormen Zuschussbedarf durch die öffentliche Hand möglichst gering zu halten.

Auch die Betreibergesellschaft GEE konnte in einem dreijährigen Probebetrieb nur durch ehrenamtliche Geschäftsführung, Beschäftigung von Minijobbern und finanzieller Unterstützung des Landkreises eine ausgeglichene Bilanz vorlegen. Für die Betriebsführung flossen 355.000,00 Euro in den letzten 3 Jahren aus öffentlichen Geldern an die GEE. Hinzu kamen 120.000 Euro Investitionskostenzuschuss. Der Landkreis übernahm dazu weitere Personalkosten. Rechnet man die Abschreibungen hinzu, kommt man auf einen jährlichen Zuschussbedarf von 400.000 Euro. On Top kommen noch die Kosten für den Transport der Schulklassen mit Bussen aus der gesamten Grafschaft nach Nordhorn um Besucherzahlen zu erhöhen. Einnahmen aus Eintrittsgeldern lagen auch im besten Monat unter 1000 Euro. „Mit dieser Eissporthalle kann man weder Geld verdienen noch kann man sie kostendeckend betreiben. Das ist auch bei anderen Sporteinrichtungen der Fall. Die Frage ist, wieviel wollen wir uns den Eissport am Standort Nordhorn kosten lassen?“ so Middelberg.

Die Grünen sind der Überzeugung, dass die geschätzten Sanierungskosten von 5,8 Millionen und ein jährlicher Zuschussbedarf von 0,4 Millionen Euro für den Betrieb einer Eissporthalle nicht im Ansatz reichen, um eine fast 50 Jahre alte Halle sporttechnisch und energetisch zukunftsweisend zu sanieren. In den letzten drei Jahren unter privatwirtschaftlicher Leitung konnte keine signifikante Steigerung der Besuchszahlen erzielt werden. Bereinigt man die Besuchszahlen um die vom Landkreis finanzierten Schülerbesuche - 2018/2019 waren dies 8703 – dann wurden in der letzten Saison 13569 Besuche gezählt. Jedes Schwimmbad in der Grafschaft erzielt ein Vielfaches dieser Zahlen. Es muss den Bürgerinnen und Bürgern bewusst sein, dass jeder Besuch der Eissporthalle grob gerechnet mit 25 Euro** aus Steuergeldern subventioniert wird. In der Bundesrepublik liegt die durchschnittliche Subventionierung eines Schwimmbadbesuchs bei 5 Euro je Besuch.

„Eine rein Kosten optimierte Eissporthalle passt klimapolitisch nicht in eine Zeit, in der wir alles daran setzen müssen, den weiteren Temperaturanstieg zu stoppen.“ so Christian Beike. Eissporthallen sind energetisch aufwändig und teuer. Eine Investition in ein solches Projekt darf nur in klimaschonendster und modernster Bauweise erfolgen. Davor muss ein gesichertes und überzeugendes Konzept für den gesamten Lebenszyklus einer solchen Halle vorliegen. Beike ist sich sicher: „Der Sportpark ist der Leuchtturm, nicht die Eissporthalle! Der Sportpark sollte weiterentwickelt werden zu einem CO2 freien Sportangebot für die gesamte Grafschaft Bentheim und darüber hinaus. Kernstück der Anlage sollte dann ein Energieverbund aus Frei-/Hallenbad und einer Eissporthalle unter einer Leitung sein.“ Middelberg fasst zusammen: „Wir können uns ein „Weiter-so“ für die vorhandene Eissporthalle nicht vorstellen. Es liegt derzeit keine überzeugende Machbarkeitsstudie vor, die z.B. Markt und Bedarfsanalysen (Nachfrage, Wettbewerb), soziodemographische Analysen, Standortanalysen sowie Wirtschaftlichkeitsprognosen enthält. Das von der Eissport- und Event GmbH im Interessenbekundungsverfahren vorgelegte Konzept hat sich als unrealistisch erwiesen. Es ist weder langfristig geplant noch durchführbar. Wir wünschen uns eine nachhaltige, langfristige Lösung, die in den Sportpark passt. Eine Sanierung der vorhandenen Eissporthalle halten wir nach allen Erfahrungen der letzten Jahrzehnte nicht für zielführend.“

*Unsere Meinungsbildung erfolgte u.a. unter Zuhilfenahme von wissenschaftlicher Fachliteratur, eines einführenden wissenschaftlichen Artikels von Bielzer, Louise: Eissporthallen, in: dieselbe/Wadsack, Ronald (Herausgeber): Betrieb von Sport- und Veranstaltungsimmobilien. Managementherausforderungen und Handlungsoptionen, Frankfurt/Main 2011, Seiten 215-237.

**400.000 Euro geteilt durch 15.000 Besuche

 

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