Emlichheimer Grüne entsetzt über Informationspolitik zur Lagerstättenwasserkatastrophe bei Emlichheim

Diesmal ist es die EM 51, aus der hochgiftiges Lagerstättenwasser ins Grundwasser ausgetreten ist. Anfang diesen Monats informierte das LBEG über diese weitere Leckage bei einer Einpressbohrung der Wintershall DEA in Emlichheim.

15. Sep. 2020 –

„Wieder einmal wird jetzt bekannt, dass der Grundwasserschaden in Emlichheim noch größer ist als befürchtet. Dabei ist es unverantwortlich, dass die Leckagen immer nur scheibchenweise eingeräumt werden. Dass die Bohrung 51 durchrostet war, war spätestens seit März 2019 bekannt. Die Außenverrohrung von EM 51 ist in der Tiefe zwischen Meter 555 und Meter 778 verrostet. Nun wurde gezielt der Bereich zwischen 540 und 560 m untersucht und die Proben zeigen Lagerstättenwasser. Wie groß der kaputte Bereich wirklich ist, wird nicht berichtet. Schon bei EM 132 musste man erkennen, dass das giftige Lagerstättenwasser außen am Rohr bis auf 100 m aufstieg. Besonders brisant ist dieser Fall, da sich nur wenige Hundert Meter entfernt eine Kindertagesstätte befindet“ , so Erich Gülzow, Sprecher der Emlichheimer Grünen. Noch immer gebe es keine exakten Aussagen über das Ausmaß des Gesamtschadens.

Wie schon bei EM 132 wird die Öffentlichkeit damit beschwichtigt, dass keine Gefahr für Mensch und Umwelt bestehe, ohne dass diese Aussagen mit stichhaltigen Erklärungen oder Messwerten belegt werden. Dabei seien viele Fragen offen. Gülzow beklagt, dass Auskünfte zu Messwerten und Ergebnissen aus den Untersuchungen nicht an interessierte Bürger herausgegeben werden. „Aber auch als Privatperson, die in Emlichheim lebt, habe ich ein berechtigtes Interesse an genauen Auskünften.“ Obwohl eine gesetzliche Auskunftspflicht bestehe, seien die Grafschafter Grünen nur über eine Anfrage der grünen Kreistagsfraktion an Daten gelangt, erklärt Gülzow. Die allerdings waren selektiert und außerdem zum Teil an wichtigen Stellen unvollständig oder unkenntlich gemacht worden sind. Die spärlichen öffentlichen Informationen vom LBEG, der Wintershall/DEA, des Kreises und der Samtgemeinde Emlichheim lassen daher aus Sicht der Grünen viele Fragen offen: So gibt die Wintershall/DEA an, das Grundwasser sei wegen hoher natürlicher Versalzung sowieso nicht nutzbar. Nach ihrem jetzigen Kenntnisstand können die Grünen diese Behauptung nicht nachvollziehen. Wird hier etwa der Versuch unternommen, die Folgen der Schäden herunterzuspielen? Den wenigen vorliegenden Daten ist zu entnehmen, dass in der Nähe der EM 132 bis in die Tiefe von 90 Meter weniger Salz vorhanden ist, als im Emlichheimer Trinkwasser aus dem Wasserhahn. Das belegen Leitfähigkeitsmessungen deutlich. Woher stammt das im Oberflächenwasser nachgewiesene gesundheitsschädigende Tuluol? Wie kommt Strontium in die oberen Schichten? Auf diese Fragen müssen die Bürgerinnen und Bürger zeitnah Antworten bekommen, fordern die Grünen. Sie sehen hier auch die Gemeinde Emlichheim in der Pflicht: Diese müsse in regelmäßigen Veranstaltungen differenzierte und transparente Informationen allen interessierten Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stellen und dürfe ihr Wissen nicht nur internen Kreisen vorbehalten. Die Landesregierung müsse zudem das wahre Ausmaß der Umweltverschmutzung endlich vorbehaltlos aufklären. Bis heute wurden keine wirksamen Konsequenzen aus den Schadensfällen gezogen, ein regelmäßiger „Bohrloch-TÜV“ lässt weiter auf sich warten. Die beiden Bohrungen, die zur katastrophalen Situation führten, sind jetzt stillgelegt. Aber das sind nur zwei von 85 Einpressbohrungen, die seit dem Jahr 2000 in der Grafschaft Bentheim betrieben wurden; davon sind noch 45 in Betrieb. Das bedeutet, dass noch insgesamt 83 Einpressbohrungen kontrolliert werden müssen. Das Gefahrenpotential ist bisher nicht abschätzbar. Es ist vollkommen inakzeptabel, dass nach so vielen Monaten immer noch kein Konzept von der Aufsichtsbehörde LBEG erarbeitet wurde, dass die unabhängige Bohrlochüberwachung sicherstellt und die Erdöl und Erdgas fördernden Firmen in die Pflicht nimmt.

Die Grünen sind zudem beunruhigt über Pläne der aka NAM, das Einpressen von Lagerstättenwasser auf niederländischer Seite im Fördergebiet Schoonebeek wieder aufzunehmen. Die Emlichheimer Grünen wurden durch GroenLinks Drenthe über die Vorhaben der Firma informiert. Demnach beantragt das Unternehmen Einpressbohrungen, in denen in den kommenden 10 Jahren 17 Millionen Kubikmeter Lagerstättenwasser einpresst werden sollen. Zudem soll die Förderung auf der niederländischen Seite des Ölfeldes hochgefahren werden.

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