GRÜNE informieren sich über Sanierungsfortschritt nach Lagerstättenwasseraustritt in Emlichheim

Landtagsabgeordnete und GRÜNE Kreisverbandsmitglieder fordern Transparenz und gesundheitliche Sicherheit

17. Jan. 2020 –

Mitarbeiter der Firma Wintershall Dea informierten in Emlichheim über den bundesweit bisher größten festgestellten Lagerstättenwasserschaden bei Ölbohrungen und erklärten den Grünen Besuchern vor Ort die Sanierungsfortschritte.

Pressemitteilung:

Die grüne Vizepräsidentin des niedersächsischen Landtags Meta Janssen-Kucz und die Landtagsabgeordnete und umweltpolitische Sprecherin Imke Byl waren am Mittwoch (15.1.) auf Einladung des Grünen Kreisverbands zu Gast in Emlichheim. An der Bohrung Emlichheim 132 sind über Jahre unbemerkt große Mengen an Lagerstättenwasser im Untergrund ausgelaufen, nun wollten sich die Grünen ein Bild vor Ort machen. Wintershall DEA informierte bei einem Besuch des Bohrplatzes über die bisherigen Untersuchungsergebnisse und die geplanten Sanierungsmaßnahmen. Begleitet wurden sie von Mitgliedern des GRÜNEN Kreisverbandes und Samtgemeindebürgermeisterin Daniela Kösters.

Imke Byl, Umwelt-Expertin der Landtags-Grünen, stellt fest, dass die Sicherheitsvorkehrungen versagt haben: „Es handelt sich um den größten Schaden in der Geschichte der niedersächsischen Ölförderung. Bei diesem Umweltskandal haben gleich mehrere Sicherheitsbarrieren versagt. Trotz auffälliger Druckmessungen wurde über Jahre nicht reagiert. Die Aufsicht war offensichtlich völlig unzureichend, die stichprobenartigen Kontrollen des Landes reichen nicht aus.“ Nach Angaben von Wintershall Dea wird die Sanierung des verschmutzten Grundwassers mehrere Jahre dauern. Das ausgelaufene Lagerstättenwasser soll abgepumpt werden.

Meta Janssen-Kucz, Vizepräsidentin des Landtags, kritisiert, dass aus dem Schadensfall bislang nicht die nötigen Konsequenzen gezogen werden. Das Landesbergamt hat für die von Wintershall beantragten neuen Förder- und Einpressbohrungen auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung verzichtet. „Die Leckage in Emlichheim zeigt, dass es erhebliche Risiken für Wasser und Gesundheit bei der Öl- und Gasförderung gibt. Trotzdem verzichtet das Land weiter darauf, diese Risiken im Genehmigungsverfahren systematisch abzuprüfen.“ Die Grünen kritisieren zudem, dass SPD und CDU die grüne Forderung nach einem absoluten Bohr-Verbot in Wasserschutzgebieten ablehnen.

Eine mangelnde Transparenz bezüglich der Messergebnisse von Wintershall Dea bemängelt Erich Gülzow, Grünes Mitglied aus Emlichheim. Sämtliche gewonnenen Daten müssten der Öffentlichkeit vollständig, verständlich und zeitnah zugänglich gemacht werden. 

Die Fraktionsvorsitzende der Grafschafter Grünen im Kreistag, Claudia Middelberg, erwartet vom LBEG und der Wintershall Dea, dass der Schaden ohne Verzögerungen und in alle Richtungen abgegrenzt und saniert wird.

Holger Gosink (Grüne Emlichheim) und Friedhild Füser, Grüne Kreisvorsitzende, plädieren zudem für eine Sensibilisierung bezüglich der Gesundheitsgefahren durch Störfälle bei den Öl- und Gasförderungen. Eine vollständige Meldung aller Krebserkrankungen in das epidemiologische Krebsregister Niedersachsen (EKN) sei für die Region Emlichheim unbedingt zu beherzigen. Dieses könne durch wissenschaftliche Erkenntnisse zu mehr gesundheitlicher Sicherheit für künftige Generationen in der Region verhelfen.

 

 

 

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