• Hier wird normalerweise mit den Kindern gekocht. Von links: Marlies Schomakers, Volker Bajus, Heike Wolf
  • Elisabeth vor der Straße (rechts) erklärt Friedhild Füser und Volker Bajus die Spielregeln
  • Volker Bajus übt sich im Bogenschießen. Elisabeth vor der Straße gibt Tipps.

Volker Bajus: „Kinder nicht vergessen!“

Bajus informierte sich im „Eulennest“ Nordhorn und bei „Rund um die Burg“ in Bad Bentheim über lokale Angebote für Kinder unter Corona-Bedingungen.

10. Sep. 2020 –

Volker Bajus, grüner Landtagsabgeordneter und Sprecher für Sozialpolitik, hat auf seiner Sommertour durchs Land am vergangenen Freitag die Grafschaft besucht. Volker Bajus interessiert sich vor allem für die Situation von Kindern: „Kinder und ihre Belange sind anfangs der Corona-Zeit vielfach übergangen worden. Umso wichtiger ist es, nun genau hinzuschauen und den Erfolg der Corona-Politik auch daran zu messen, ob sie Bedürfnissen von Kindern und ihren Familien gerecht wird“, beschreibt er seine Perspektive.

Im Kindertreff „Eulennest“ im Stadtteil Blanke, den die Stadt Nordhorn seit 2004 für Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren betreibt, können Kinder zusammen spielen, basteln und gemeinsam kochen. Etwa 30 Kinder besuchen das Nest regelmäßig. Aylin Vardar, Mitarbeiterin des Kindertreffs, hebt den kurzen Draht zur Grundschule, in deren Gebäude sich der Treff befindet, und zum Schulsozialarbeiter hervor: „Das ist eine Win-win-Situation für das Eulennest und die Schule.“ Seit Januar 2019 hat der Kindertreff eine neue Heimat in der Grundschule gefunden, nachdem das bisherige Domizil in der Niedersachsenstraße zu einer Kinderkrippe umgebaut wurde. Stadträtin Marlies Schomakers unterstreicht: „Eine enge Verzahnung von Freizeitpädagogik mit Sozial- und Bildungsarbeit ist sinnvoll und zielführend. Die hier vorliegenden Bedingungen sind besonders gut.“

Die grüne Ratsangehörige Elke Liening erinnerte an die Unterstützung, die auch grüne Kommunalpolitiker zur Entstehung des Kindertreffs geleistet haben.

Zur Zeit des Lockdowns haben die Mitarbeiterinnen versucht, auf digitalem Weg Kontakt zu den Kindern zu halten. Lange herrschte Unsicherheit, wann und wie der Treff wieder öffnen könnte. Das lag auch am Stufenplan der Landesregierung: „Die Kinder- und Jugendarbeit wurde dabei leider kaum bis gar nicht berücksichtigt“, merkt Heike Wolf, stellvertretende Leiterin der städtischen Jugendarbeit, kritisch an. „Solche blinden Flecken für die Belange von Kindern hat es in den amtlich verfügten Corona-Maßnahmen leider immer wieder gegeben. Wir kritisieren solche Fehlleistungen und mahnen immer wieder an, Kinder nicht aus dem Fokus zu verlieren“, kommentiert Bajus.

Inzwischen ist der Kindertreff wieder geöffnet. Aber die gewohnte Betriebsamkeit steht noch unter dem Vorbehalt von Corona-Verordnungen: Das allseits beliebte gemeinsame Kochen ist bislang noch nicht wieder aufgenommen worden, genauso wenig wie Ausflüge, Feste und besondere Aktionen. Aylin Vardar ist aber schon froh, dass mit den Kindern wieder ein direkter Kontakt möglich ist.

Corona-bedingt ruht in Bad Bentheim derzeit leider auch das Kinderprogramm „Rund um die Burg“ des Burgi-Vereins. Dessen Vorsitzende, Elisabeth vor der Straße, und weitere 12-15 aktive Mitglieder haben schon 2004 begonnen, „Geschichte zum Anfassen“ rund um die Burg und den Sandstein zu entwickeln. Entstanden ist ein mehrtägiges Programm für GrundschülerInnen der Jahrgänge drei und vier, die Klassenfahrten in die Bentheimer Jugendherberge unternehmen. Es kombiniert geschichtliches Lernen mit Anforderungen an Geschicklichkeit, Ausdauer, Kooperation und Kreativität. 2019 haben 130 Klassen dieses Angebot genutzt.
Volker Bajus, die grüne Kreisvorsitzende Friedhild Füser und weitere Gäste durften vom Bogenschießen bis zur Sandsteinbearbeitung alles ausprobieren. Nur auf die Verkleidung mit historischen Kostümen verzichteten sie. Bajus lobt: „Man merkt dem Programm an, mit wie viel Herzblut und Kreativität es gestaltet wird! Das teilt sich mit Sicherheit auch den Kindern mit.“ Elisabeth vor der Straße bestätigt: „Es macht uns selbst unendlich viel Spaß! Und damit begeistern wir auch die Kinder. Nur die bürokratischen Pflichten, die solch eine Vereinstätigkeit mit sich bringt, sind manchmal belastend.“ Füser unterstreicht: „Dieses regionalbezogene kulturelle Kinderprogramm ist einzigartig! Hoffentlich kann es bald wieder fortgesetzt werden.“ Das wünschen sich auch Elisabeth vor der Straße und ihre Kolleginnen.

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