Die Burg Bentheim ist ein Wahrzeichen der Grafschaft und für den Tourismus von großer Bedeutung. Deshalb ist es richtig, Klarheit über Sanierungsbedarf und Wiedereröffnung zu schaffen. Dass ein 300.000 Euro teures Zweitgutachten nun vollständig von der öffentlichen Hand finanziert werden soll, während sich das Fürstenhaus als Eigentümer nicht beteiligt, sehen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN jedoch kritisch.
Landkreis und Land übernehmen jeweils 50.000 Euro, die Stadt Bad Bentheim 200.000 Euro. Darin enthalten sind sogar die 30.000 Euro, die eigentlich auf das Fürstenhaus entfallen würden.
„Die Burg ist wichtig für Bad Bentheim und die gesamte Grafschaft. Aber ihre Bedeutung für den Tourismus hebt die Verantwortung des Eigentümers nicht auf“, erklärt Sarah Gross, Sprecherin des Kreisverbandes. „Privateigentum bedeutet auch Verantwortung. Bevor über weitere öffentliche Millionen gesprochen wird, muss deshalb geklärt sein, welchen angemessenen Eigenbeitrag der Eigentümer leistet.“
Valentin Drechsler, Sprecher des Kreisverbandes, ergänzt: „Wir erwarten bei der Burg dieselben Grundsätze wie bei jedem anderen privaten Eigentümer. Wenn die öffentliche Hand erhebliche Summen investiert, müssen Eigenleistung, öffentlicher Nutzen und Gegenleistung in einem fairen Verhältnis stehen. Die Allgemeinheit darf nicht schrittweise zum alleinigen Risikoträger werden.“ Gerade mit Blick auf die Kommunalwahl am 13. September sei diese Frage von grundsätzlicher Bedeutung. Dann werden nicht nur die kommunalen Vertretungen, sondern auch der neue Landrat direkt gewählt.
„Die Burgfrage zeigt beispielhaft, vor welchen finanziellen Entscheidungen die kommunale Politik künftig stehen wird“, sagt Gross. „Die Bürgerinnen und Bürger entscheiden auch darüber, wer künftig Verantwortung übernimmt und wie konsequent die Interessen der Allgemeinheit vertreten werden.“
Die Grünen wollen den Erhalt der Burg und ihre möglichst baldige Wiedereröffnung. Öffentliche Unterstützung müsse aber an klare Bedingungen geknüpft werden. „Wir wollen die Burg erhalten, aber nicht um den Preis, dass private Verantwortung dauerhaft auf die Steuerzahler übertragen wird“, so Drechsler.