Bündnis 90 / Die Grünen in der Grafschaft Bentheim

Grafschaft Bentheim

Natur schützen heißt Planung verbessern

Windenergie braucht klare, überörtliche Steuerung


Der Kreisverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in der Grafschaft Bentheim begrüßt ausdrücklich den Schutz sensibler Natur- und Landschaftsräume. Klimaschutz durch den Ausbau erneuerbarer Energien bleibt eine zentrale Aufgabe – aber er darf nicht auf Kosten ökologisch wertvoller Flächen oder einer strategisch sinnvollen Planung erfolgen.
Nach Auffassung des Kreisverbandes war es ein Fehler, die Steuerung der Windenergieflächen im Landkreis weitgehend in die kommunale Planungshoheit zu verlagern. Die aktuelle Praxis führt aus Sicht der Grünen zu Fehlanreizen. Statt einer kreisweiten Betrachtung mit klaren Kriterien für Windhäufigkeit, Netzanbindung, Landschaftsverträglichkeit und Artenschutz drohe ein Flickenteppich an Standorten, die aus naturschutzfachlicher oder raumordnerischer Sicht suboptimal seien.
„Wenn jede Kommune isoliert plant, geraten leicht die wirtschaftlich attraktivsten Flächen in den Fokus – nicht zwingend die fachlich am besten geeigneten“, so Valentin Drechsler, Kreissprecher des Kreisverbandes. „Eigentümerinteressen, Projektentwickler und die Aussicht auf Gewerbesteuereinnahmen erzeugen einen erheblichen Druck. Bei der aktuellen Haushaltslage der Kommunen können diese sich den finanziellen Anreizen kaum entziehen“, ergänzt Sarah Gross, ebenfalls Sprecherin des Kreisverbandes
Gross betont: „Eine strategische, überörtliche Planung schafft Transparenz und Fairness. Sie sorgt dafür, dass die besten Flächen genutzt werden – nicht die lautesten oder wirtschaftlich verlockendsten.“
Der Kreisverband spricht sich daher für eine stärkere übergeordnete Steuerung auf Ebene der Raumordnung aus. Ziel müsse es sein, individuelle Einzelinteressen und kirchturmpolitisches Denken zu überwinden und stattdessen eine sachorientierte, landkreisweite Gesamtstrategie zu entwickeln.
„Erneuerbare Energien sind das Rückgrat einer klimaneutralen Zukunft“, so Drechsler. „Gerade deshalb brauchen sie eine Planung, die ökologisch tragfähig, wirtschaftlich sinnvoll und gesellschaftlich akzeptiert ist. Wer Klimaschutz ernst nimmt, darf die Steuerung nicht dem Zufall örtlicher Konstellationen überlassen.“
Der Kreisverband fordert daher eine Neubewertung der Zuständigkeitsstruktur und eine stärkere regionale Koordination, um die Energiewende effizient, naturverträglich und gesellschaftlich akzeptiert voranzubringen.